Russland

Importsubstitution: Generika erleben einen Boom auf dem russischen Pharmamarkt

Nach dem Rückzug westlicher Unternehmen und dem anfänglichen Schock wegen des Mangels an lebenswichtigen Medikamenten hat der russische Arzneimittelmarkt sich neu aufgestellt und ist nun in der Lage, vieles durch Generika zu ersetzen.
Importsubstitution: Generika erleben einen Boom auf dem russischen PharmamarktQuelle: Sputnik © RIA Nowosti / Wladimir Fedorenko

In Russland wächst der Markt für Generika dank der Politik der Importsubstitution. Nach dem Rückzug einer Reihe ausländischer Hersteller haben lokale Unternehmen die Hauptlast bei der Versorgung der Patienten mit Medikamenten übernommen. In den letzten Jahren haben sie aktiv in Produktionstechnologien investiert und sind nun in der Lage, hochwertige Generika herzustellen. "Mit Ablauf des Patentschutzes kommen Nachahmerpräparate auf den Markt, die oft mit fortschrittlicheren Technologien hergestellt werden", bemerkt Sergei Schuljak, Geschäftsführer der DSM Group, die den Pharmamarkt beobachtet. Und das Portal RBK erklärt:

"Nachahmerpräparate (Generika) decken weltweit zwei Drittel der medikamentösen Behandlung ab, wie Analysten der DSM Group feststellen. Auf dem russischen Markt erreichte der Anteil der Generika nach Angaben der Analysten des Unternehmens zum Jahresende 2025 72,3 Prozent in Rubel und 86,3 Prozent in Packungen. Nach den Ergebnissen des ersten Quartals 2026 entfallen laut Angaben der DSM Group 87,2 Prozent des Arzneimittelverbrauchs im Einzelhandel auf Generika, gemessen an der Stückzahl."

Bereits heute werden 86 Prozent der Arzneimittel aus der vom russischen Gesundheitsministerium genehmigten Liste der lebensnotwendigen und wichtigsten Medikamente in Russland hergestellt, wobei zwei Drittel davon nach Angaben des Ministeriums für Industrie und Handel im Vollzyklus produziert werden.

Die Importsubstitution macht sich am deutlichsten bei der Herstellung von Medikamenten zur Behandlung weit verbreiteter chronischer Erkrankungen bemerkbar – Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Adipositas, Krebserkrankungen und so weiter.

Russische Generika gewährleisten damit die Verfügbarkeit der gewohnten Therapie und machen deren Zugang unabhängig von logistischen und externen Einschränkungen; zudem tragen sie zur Senkung der Kosten bei, wie Experten betonen. So sank beispielsweise der Preis für die Therapie um 40 Prozent, nachdem mehrere russische Unternehmen Generika des Originalpräparats zur Senkung der Blutgerinnung und zur Vorbeugung von Thrombosen auf Basis des Wirkstoffs Rivaroxaban auf den Markt gebracht hatten, sagt der Generaldirektor des Verbandes russischer Pharmahersteller Wiktor Dmitrijew. Und er weist darauf hin:

"Die Verträglichkeit und die therapeutische Wirksamkeit dieser Medikamente sind jedoch gleich."

Der Anstieg des Anteils von Generika auf dem russischen Markt ist jetzt ein nachhaltiger Trend, die Zahl der Generika wächst rasant. Dies gewährleistet die Verfügbarkeit von Medikamenten für breite Bevölkerungsschichten und staatliche Programme – unabhängig von der konjunkturellen Lage und geopolitischen Schwankungen.

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